Was ist die SEPA-B2B-Lastschrift?
Im Gegensatz zur SEPA-Basislastschrift (SDD Core), die sowohl zwischen Privatpersonen als auch von Firmen zur Belastung von Privatpersonen genutzt werden kann, richtet sich die SEPA-Firmenlastschrift SDD B2B ausschließlich an Unternehmen und unterliegt strengeren Regeln. Dieses System ist schneller und sicherer als die herkömmliche Abbuchung und eignet sich besonders für wiederkehrende Operationen oder die automatische Begleichung von Rechnungen zwischen Firmen, beispielsweise für Abonnements, gewerbliche Mieten oder regelmäßige Dienstleistungen.
Voraussetzungen für die Nutzung
Der Einsatz des SEPA-Firmenlastschriftverfahrens setzt zwingend die Einhaltung bestimmter Bedingungen voraus: Die wichtigste Voraussetzung ist ein gültiges Lastschriftmandat, das vom Geschäftskunden unterzeichnet wurde. Dieses Mandat stellt die rechtliche Legitimation dar, die es dem Gläubiger erlaubt, Gelder direkt vom Konto des Zahlers abzubuchen.
Das Mandat muss mehrere wesentliche Informationen enthalten: Name und Anschrift des Zahlers, IBAN, BIC, Betrag und Häufigkeit der Abbuchung. Es kann sich auf einmalige oder wiederkehrende Zahlungsvorgänge beziehen und muss in der Muttersprache des Zahlers oder in englischer Sprache ausgestellt sein. Da es sich um ein rechtsverbindliches Dokument handelt, muss es physisch oder elektronisch unterzeichnet werden.
Das Mandat bleibt für eine unbefristete Dauer gültig, sofern es mindestens einmal alle 36 Monate genutzt wird; nach Ablauf dieser Frist muss es schriftlich erneuert oder verlängert werden. Vor jeder ersten Einziehung muss das Unternehmen seinen Geschäftspartner durch eine Vorabankündigung, die spätestens einen Tag vor dem Einzug verschickt wird, informieren.
Diese Vorabankündigung muss den genauen Betrag, das Datum der Transaktion, die Mandatsreferenz und die Gläubiger-ID enthalten, anhand derer der Zahler und sein Kreditinstitut die Transaktion überprüfen und nachverfolgen können. Bei wiederkehrenden Zahlungen eines festen Betrags kann eine einzige Vorabankündigung ausreichen, wenn sie alle künftigen Fälligkeiten angibt.
Sobald das Mandat und die Vorabankündigung vorliegen, kann die Firma die B2B-Lastschrift einleiten: Der Auftrag wird an das Finanzinstitut des Gläubigers übermittelt. Das Kreditinstitut des Zahlers prüft das Mandat, führt die Operation aus und wickelt den Vorgang ab. Schließlich muss die Firma ihren Kunden über die Ausführung des Einzugs informieren und ihm eine Rechnung oder eine Bestätigung per E-Mail zusenden.
Vorteile für Unternehmen
SEPA Direct Debit B2B bietet Firmen, die ihre B2B-Zahlungen vereinfachen und sicherer gestalten möchten, zahlreiche Trümpfe:
- Erhöhte Sicherheit: Dank der ausdrücklichen Genehmigung des Kunden und der systematischen Überprüfung des Mandats durch das Kreditinstitut ist das Risiko von Fehlern oder Betrug stark begrenzt.
- Automatisierung des Prozesses: Sobald das Mandat eingerichtet ist, werden die Belastungen ohne manuelles Eingreifen ausgelöst, was für beide Seiten eine erhebliche Zeitersparnis darstellt.
- Reduzierung der Verwaltungskosten: Nach der erstmaligen Einrichtung wird die tägliche Verwaltung erleichtert, was die Bearbeitungs- und Nachverfolgungskosten senkt.
- Senkung der Fehlerquote: Weniger menschliche Eingriffe bedeuten ein geringeres Risiko von fehlerhaften Eingaben oder vergessenen Zahlungen. Dies spart auch Ressourcen, die sonst für die Behebung von Fehlern verwendet werden müssten.
- Begrenztes Risiko von Zahlungsausfällen: Dank der automatischen Belastung des Zahlerkontos zu jedem Fälligkeitstermin wird das Risiko von Ausfällen erheblich verringert, insbesondere im Vergleich zu Banküberweisungen. Darüber hinaus sind diese Belastungen unwiderruflich, sodass der Begünstigte sicher sein kann, die erhaltenen Beträge zu behalten.
- Bessere Übersicht über die Liquidität: Das SEPA-Lastschriftverfahren ermöglicht es Unternehmen auch, ihre Einnahmen besser vorherzusehen, da sie einen klaren Überblick über die bevorstehenden Geldeingänge haben. Regelmäßige Geldeingänge erleichtern somit die Verwaltung und Planung der Liquidität.
- Bequemlichkeit für den Kunden: Der Zahler muss keine manuellen Überweisungen mehr vornehmen, was die Geschäftsbeziehung vereinfacht und seine allgemeine Zufriedenheit steigert.
SEPA-B2B im Vergleich zu anderen Geldverkehrsmethoden
Im Vergleich zu herkömmlicheren Zahlungsmitteln wie Schecks, Kreditkarten oder Überweisungen bietet SEPA Direct Debit B2B mehrere Vorteile für Unternehmen.
- Im Gegensatz zu Schecks, deren Einlösung oft lange dauert, ist dieses Verfahren automatisiert und verkürzt die Bearbeitungszeiten.
- Im Vergleich zu Banküberweisungen, die auf die Initiative des Kunden angewiesen sind und regelmäßige Nachverfolgung erfordern, gibt SDD B2B die Kontrolle dem Gläubiger: Er löst selbst die Einziehung zum vorgesehenen Datum aus.
- Gegenüber SEPA Direct Debit B2B ist die Kreditkarte bei Transaktionen zwischen Wirtschaftsakteuren mit gewissen Einschränkungen verbunden. Ihre oft höheren Gebühren und die Betragsobergrenzen machen sie weniger geeignet für hohe oder wiederkehrende Einziehungen. Im Gegensatz dazu bietet die SEPA-Firmenlastschrift kontrollierte Kosten und ermöglicht automatisierte Zahlungen ohne Höchstgrenze.